Die Wahl des richtigen Ortes

Kambodscha LandkarteZunächst solltest du dir über den Zielort im klaren sein. Ich gehe davon aus, das du vorher schon einmal in Kambodscha gewesen bist und du dir den Platz an dem du zukünftig leben willst ausgesucht hast. Normalerweise bieten sich für einen Ausländer hier nur 3 Orte an, das sind Phnom Penh, Siam Reap und Sihanoukville.

Diese drei Städte bieten die beste Infrastruktur und sind deshalb von Auswanderern aus aller Welt frequentiert. In anderen Provinzhauptstädten wie zum Beispiel Batambang wird man so gut wie keine anderen Ausländer antreffen, es sei denn sie sind auf der Durchreise von Phnom Penh nach Siem Reap, ob man dort wirklich leben möchte sollte man sich sehr gut überlegen.

Die ländlichen Regionen haben sehr wenig bis keine medizinische Versorgung und viele Dörfer haben auch keinen Stromanschluss, aus diesem Grund ist es für die allermeisten Auswanderer kein geeigneter Ort um sich dort anzusiedeln. Es ist schon schwer genug innerhalb Deutschlands auf dem Lande als zugezogener den Kontakt mit einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft herzustellen, was meinst du wie das hier in Kambodscha geht wenn du eventuell noch nicht einmal die Sprache versteht.

Für die meisten Auswanderer fängt alles in Phnom Penh (deutsch = “Hügel Penh”) an, wie für meine Familie und mich damals auch. Die Hauptstadt des Landes mit ihren ca. 2 Millionen Einwohnern bietet gleich die erste gute Möglichkeit sich niederzulassen. Die Stadt hat eine sehr gute Infrastruktur und ein Zimmer, Wohnung oder Haus zur Miete sind normalerweise leicht zu finden (z. B. in den Inseraten der lokalen, englischsprachigen Tageszeitungen). Ständig halten sich eine Vielzahl von Ausländern in der Stadt auf, als da wären Touristen, Geschäftsleute und Heerscharen von Mitarbeitern der zahlreichen Wohltätigkeitsorganisationen. Es gibt Krankenhäuser, westliche Einkaufzentren, Supermärkte mit westlichen Produkten, unzählige größere und kleinere Märkte, Bars und Restaurants.

Der zweite interessante Ort für Kambodscha Auswanderer ist die Provinzhauptstadt Siem Reap, die ca. 6 km südlich der historischen Tempelanlage Angkor Wat liegt. Hier in den unzähligen Hotels und Gasthäusern nächtigen Jahr für Jahr Legionen von Tempelbesuchern aus aller Welt. Siem Reap ist auf jeden Fall ein Ort den du ins Auge fassen solltest, wenn du vorhast ein auf Touristen ausgelegtes Geschäft zu eröffnen. Ähnlich wie in Phnom Penh habe sich auch hier schon eine Vielzahl von Ausländern angesiedelt, die Infrastruktur ist gut und die medizinische Versorgung bei weitem besser als in vielen anderen Provinzhauptstädten des Landes, jedoch auch hier nicht mit dem Standard in Europa zu vergleichen.

Die dritte Möglichkeit ist die Hafenstadt Sihanoukville am Golf von Siam. Wenn du gerne am Meer leben möchtest ist das der passende Ort für einen Ausländer. Weiter südlich an der Küste gelegen befindet sich noch das Städtchen Kep, welches vom Tourismus noch weitestgehend verschont geblieben ist und sehr viel Ruhe bietet aber auch wenig Möglichkeiten wenn du ein Geschäft eröffnen möchtest. Wir haben uns damals für Sihanoukville entschieden, wohl bemerkt ohne vorher jemals dagewesen zu sein, weil wir es aus den vorangegangenen Jahren gewohnt waren dicht am Meer zu leben. Sihanoukville ist eine verschlafene Küstenstadt mit dem einzigen Tiefseehafen des Landes über den der größte Teil des kambodschanischen Im- und Exports abgewickelt wird. Jährlich kommen einige tausend Touristen nach Sihanoukville für die es ausreichend Hotels und Gasthäuser, Bars und Internationale Restaurants gibt. Das Wohnraumangebot ist hier nicht so üppig wie in Phnom Penh, vorwiegend werden größere Häuser zur Miete angeboten. Wohnungen sind noch Mangelware, was sich aber in absehbarer Zukunft regulieren wird wenn all, die sich in Bau befindenden, Neubauanlagen fertiggestellt sind. Die medizinische Versorgung ist dürftig aber falls du Kinder hast gibt es hier eine kleine internationale Privatschule die den Grundschulbereich in englischer Sprache abdeckt.

Wichtig ist, egal wofür du dich entscheidest, das du an deinem Auswanderungszielort schon einmal einige Zeit zugebracht hast um dir von den örtlichen Gegebenheiten und der Lebensweise der lokalen Bevölkerung einen ausreichenden Eindruck zu verschaffen.

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